Team

puppet-Filmriss

TEAM

Idee, Inszenierung, Trick-Collage: Miriam Sachs | Musik: Giorgos Kyriakakis | Choreographie: Silke Wiegand | Dramaturgie: Wenke Hardt | Darsteller: Peter von Strombeck | Leo Solter | Angelina Kartsaki | Jürgen Ruoff | Thomas Monn | Liv Bronner |  Licht: Christian Maith | Kamera: Ingrun Aran, Mirko Grosch

Gäste: Prof. Hinderk M. Emrich, Prof. Dieter Naber u.v.a.

FILM RISS THEATER ehemals PUPPET-HOLDING.

Früher haben wir noch mit Puppen gespielt, jetzt setzt sich die Kombination Schauspiel Objekt-Theater vermehrt ins Filmische fort, oft mit Hilfe von Videoprojektion (in der wir spielen), gewissermaßen „im Film“. Das Prinzip ist aber geblieben: Wir spielen Kassiker mit Händen und Füßen mit Hilfsmitteln und in unserer ganz persönlichen Assoziation und Kombination. Wir aktualisieren nicht, sondern bauen eher einen eigenen Kosmos zusammen – jenseits der Historie. Wir sind der Form der Collage verbunden (ausschneiden/reißen, in neue Zusammenhänge setzen. Das, was dabei rauskommt rich- tet sich an ein breites Publikum, weil wir glauben, dass Klassiker nicht von Ferne bewundert oder gefürchtet werden müssen, sondern persönlich verlinkt werden können. Daher versuchen wir es „naheliegend.“ – Beim Thema „Odyssee“ ist „naheliegend“ besonders spannend:

Ein Mann will nach 10 Jahren Krieg nichts als heim, aber treibt in einem Meer umher, das ihn zehn weitere Jahre vom Regen in die Traufe kommen läßt. Durchnäßt, austrocknet, weichklopft. Das kann man nicht erklären mit „Navigationssystem versagt“, aber vielleicht mit: „Ich war noch nicht so weit.“ D a s ist nahe-liegend.

THEMEN

Ansonsten liegt unser Focus auf den Abgründen der menschlichen Psyche. Ausnahme- zustände. Das Versagen der Erinnerung, die Desorientierung. Und die Konfrontation des Individuums mit der sogenannten Realität. Das hat uns zwangsläufig auch in den Austausch mit Experten aus dem Bereich  „Psychiatrie“ geführt. In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Eppendorf und der Medizinischen Hochschule Hannover fanden wir ganz neue dokufiktionale Formate. Diese Form ist letzendlich ein weiteres Crossover.

Puppen – Film – der Blick der Wissenschaft – letztendlich geht es immer um Lesarten. Das jeweilige Stück bestimmt über die Art der Auseinandersetzung und des Cross-Overs.

BISHERIGES

2011 war es Kleist, dessen Figuren im Traum oder in der Ohnmacht der Wahrheit sehr nah sind – um sie im Erwachen wieder zu vergessen.

einer Förderung der Kulturstiftung des Bundes verdankten wir die Möglichkeit eine neunteilige Reihe über unseren Lieblingsdichter zu kuratieren, und fünf Eigenproduktionen und eine Wiederaufnahme, in internationaler Kooperation zu verwirklichen.

„Kleist. Krieg. Ausnahmezustand“ (EIGENPRODUKTION; Computerspiel-Performance)

„Kleist in meiner Küche“ (EIGENPRODUKTION; Monolog für zwei Personen und einen Fernseher)

„Germania Babelfish“ (EIGENPRODUKTION; Musik: Justin Lepany)

„Kleist. Käthchen. Himmel von Schwaben“ (EIGENPRODUKTION; Wiederaufnahme)

„Küsse mein Bild“ (EIGENPRODUKTION)

„Selbstmord – eine Zumutung?“ (Dokufiktionale Gesprächsrunde, EIGENPRODUKTION)

„Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik“ (Musik, Inszenierung: Mariahilff)

„Cäcilia / Bildersturm“ (EIGENPRODUKTION)

Die letztgenannte Adaption wurde beim Cantiere internazionale d’arte Montepulciano uraufgeführt und hat eine ganz ähnliche Besetzung wie ODYSSEUS. KRIEG. ENTZUG. Giorgos Kyriakakis schrieb die Musik zu dem Stück, das Kleists letzte Erzählung untersucht. Ebenfalls wie in unserer aktuellen Inszenierung führten wir die Figur einer Journalistin ein, die die seltsamen Ereignisse zur Zeit des Bildersturms untersucht. Im November 2013 wird diese Arbeit wiederaufgenommen und in der Theaterkapelle gezeigt.

Die Geschichte über vier Bilderstürmer, die dem religiösen Wahnsinn verfallen, verzückt von einer Musik zwischen himmlischer Schönheit und tierischem Wahnsinnsgebrüll, passt sehr gut zu unserem neuen Ensemble-Profil.

Link zu einem Ausschnitt:    https://www.youtube.com/watch?v=RmejxwUZLWo

KÜNFTIGES:

Ein Projekt widmet sich der Kinoleidenschaft Franz Kafkas.

Zentral für 2013 ist die Weiterentwicklung von ODYSSEUS.KRIEG.ENTZUG. im Zusammenhang des KRIEG-IM-KOPF-Jahresthemas des Produktionskollektives ff-enterprise.

Ingrun Aran, Wenke Hardt, Miriam Sachs.

Drei Regisseurinnen – drei Inszenierungen – eine Laborreihe, die öffentliche Recherche und Work-In-Progress-Plattform ist – und ein abschließendes, dokufiktionales Symposium im Kulturkraftwerk Kreuzberg (MUMA), in dessen Rahmen Diskussionen und cross-over Formate stattfinden und die drei Inszenierungen im Zusammenhang präsentiert und zur Diskussion gestellt werden. „Odysseus. Krieg. Entzug.“ eröffnet die Reise. Das Thema der Odyssee zieht sich wie ein roter Faden durch alle Arbeiten.

www.ff-enterprise.de

 

BESETZUNG

Peter von Strombeck: Chor / Odysseus

Leo Solter: Chor / Besatzung / Telemachos im Film / Werbestimme

Angelina Kartsaki: Chor / Besatzung / Esradj, Trompete, Singende Säge

Jürgen Ruoff: Chor / Besatzung / Percussion / Anchises im Film

Giorgos Kyriakakis: Chor / Besatzung / Trompete, Euphonium, Spring Drum

Miriam Sachs: Journalistin im Film, Moderation

Thomas Monn: Troja Veteran im Film

Liv Bronner: Helena im Film

Gäste: Prof. Hinderk M. Emrich, Prof. Dieter Naber u.v.a.

Idee, Inszenierung, Trick-Collage: Miriam Sachs

Musik: Giorgos Kyriakakis

Künstlerische Mitarbeit: Silke Wiegand

Dramaturgie: Wenke Hardt

Licht: Christian Maith

Kamera: Ingrun Aran, Wenke Hardt, Miriam Sachs, Mirko Grosch