KAFKA / KINO

DIE KINOGÄNGE DES FRANZ K. oder RICHARD UND SAMUEL IN BEWEGUNG Eine multimediale Theater-Collage aus Texten und Filmschnipseln

mit Roland Bonjour, Klaus Hänscheid und Jürgen Ruoff; Regie; Trickfilm: Miriam Sachs; Dramaturgie: Tom Mustroph

Ort: Berlin, | Ballhaus Ost, Pappelallee 15 (Nähe U-Bhf Eberswalderstr.)

„Kafka geht ins Kino“ – Teaser zu unserer Inszenierung DIE KINOGÄNGE…

„Kafka wirbt“

Das Bild, das man von Franz Kafka hat, ist oft ein düsteres. Bei uns geht dieser Asket der Literaturgeschichtsschreibung ins Kino und auf Reisen mit seinem Freund Max.

Kopfkino, reale Stummfilmbesuche, fliegende Bilder vor dem Zugfenster setzen eine ziemlich intime Männerfreundschaftsbeobachtungsmaschinerie in Gang, aus Reisebekanntschaften werden „weiße Sklavinnen“, die Freundschaft selbst wird auf die Probe gestellt, während man sich unterwegs näher kommt auf der Reise nach Paris, durch die Schweiz, Italien, bei Gängen ins Bordell, in den Zirkus, „In der Strafkolonie“ – und anderen Texten Franz Kafkas.

In diesem rasanten Unterwegssein per Zug, Taxi, Aeroplan und vor allem mit Hilfe der ratternden Kinoprojektoren erscheint Kafka als unser Zeitgenosse, ein Projektemacher, der mit seinem Freund Max einen Reise-Tagebuch-Roman („Richard und Samuel“) + Reiseführer („Billig“) herausgeben will und auf Millionengeschäfte hofft. Und als einer, der sich der Illusion des Kinos hingibt, sich ihr aber auch (fast immer) bewusst ist und in ihr erst die Gefühle zu entwickeln vermag, für die er sich im sonstigen Leben eher schlecht gerüstet fühlte.

„Im Kino gewesen. Geweint.[…] Maßlose Unterhaltung! Die vorüberfahrende Elektrische hat mehr lebendigen Sinn.“ FK

Eine Kollektiv-Immersion zwischen begehbaren Filmprojektionen, Percussion und Pappkartons mit: Roland Bonjour, Klaus Hänscheid, Jürgen Ruoff und Miriam Sachs,

Film-Collagen, Inszenierung: Miriam Sachs | Dramaturgie: Tom Mustroph | Licht: Christian Maith | Produktionsleitung: Liv Bronner

gefördert durch den HKF, die Rudolf Augstein Stiftung, mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Kinemathek und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Kafkamond

Unser aktuelles Projekt DIE KINOGÄNGE DES FRANZ K. oder RICHARD UND SAMUEL IN BEWEGUNG hat am 13.12. um 20 Uhr im Ballhaus Ost Premiere.

Ein Projekt, das sich ebenfalls als Kinobesuch an der Seite Kafkas versteht, aber diesmal im wörtlichen Sinn, hatte am 27.Okt. im KINO UNION Premiere:

Wir zeigten einen Stummfilm, den Kafka seinerzeit im Kino sah: DER ANDERE (1913) mit dem legendären Albert Bassermann in der Hauptrolle eines Staatsanwalts, der nach einem Unfall eine Metamorphose zum Verbrecher durchmacht.

Leo Solter vertonte den Stummfilm neu; gleichzeitig „synchronisierten“ wir (Miriam Sachs, Leo Solter, Roland Bonjour, der auch in DIE KINOGÄNGE DES FRANZ K. Kafka spielt) live bei der Vorstellung die Geschichte.

Voranging dem 50minütigen Film, der als einer der ersten „Autorenfilme“ gelten kann, eine theatrale Collage aus Briefen und Tagebuchnotaten, Trickfilmschnippsel und Gedanken zu Kafkas Kinoleidenschaft.

gefördert durch den HKF; das Kulturamt Köpenick-Treptow; Kulturamt Pankow

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