Bald erzählen wir mehr über unsere Laborreihe KLEIST, KALEIDOSKOPISCH.
Hier die BAsics und ein paar Impressionen. im Kleistjahr 2027 befasst sich FILM RISS THEATER mit Kleist Zeitungs-Experiment, den Berliner Abendblättern: eine Laborreihe blättert nach Funstücken zwischen den Zeilen und Spalten – sowohl auf der Bühne, als auch im Vorfeld. Wir freuen uns bereits jetzt über Austausch, Assoziationen und Anregungen
zum Beispiel auf der Seite “Leserbriefe” oder direkt per mail: sachs-film@web.de
Hediwigskathedrale, zwischen Hausvogtei Platz und Französischer Straße. Die U-Bahn fährt über die alte Zeit hinweg…
21. Mai, 26. Berlin Mitte,
(Kleist verfasste seine Leserbriefe zuweilen selbst, wir freuen uns über externes Feedback. Das Kernstück der Reihe ist unser begehbarer Film “Das Verausgaben”, der Kleist in die heutige Zeit versetzt. Wie liest ein seit 215 Jahren toter Dichter die Bildzeitung? Wie fühlhte sich ein Gang durch Berlin Mitte an: wieviel vermeintlich WIdererkennbares gibt es. Wieviel Mißverständliches lockt am Wegesrand?.
22. 6. 26, Berlin Mitte Kameratest:
das Haus gesucht in dem Kleists Zeitung verlegt wurde, vielleicht auch gedruckt? Julius Hitzig’s Verlagsbuchhandlung könnte über der Tür stehen.(also damals gestanden haben) – Aber über welcher? die Straße hieß damals “Gasse hinter der katholischen Kirche”, das Impressum der Abendblätter nennt keine Hausnummer. KAm nicht direkt in die Gasse, nur von der Kirche selbst aus. EIn Bauzaun aus Holz. dann läuft man auf das Haus zu aber ein weiterer Bauzaun versperrt den ZUgang zum Haus. Das Portal erzählt HIstorie. nicht Kleistzeit, aber Gründerzeit. das Haus selbst ist in DDR-Braun verputzt. Mag ich den Bauzaun? Mag ich das Gerüst? Bedeutet es, dass hier alles weiß und glatt wird? Und seit wann ist Berlin wieder so sehr Baustelle?


“IM HAUSE HINTER DER KATHOLISCHEN KIRCHE 3, ZWEI TREPPEN HOCH“, stand in der Anzeige zu den Abendblättern. (also doch eine Hausnummer sagt Horst Häker in “Kleists Beriner Aufenthalte”, aber ob das Haus Druckerei oder Verlag war weiß ich immer noch nicht. so osder so ist es jetzt einfach “DAS HAUS” geworden. da wurde die Zeitung verkauft. in der ersten Woche nach dem erscheinen 1810. Der Andrang war so groß, dass die Leute Schlage standen bis in den Hof, die Polizei musste für Ordnung sorgen. später wurde die Zeitung in der Jägerstraße verkauft. – – – die verlassene Baustelle in der Dämmerung, die Lichter im Haus, obwohl alles leer steht. die Neonlampe mit der Netzfolie über der eine kreuzsoinne saß, deren eigenes Netz fast unsichtbar blieb. der blaue Papiercontainer, fast leer nur ein paar ausdrucke von Bibelversen. – – – Was wäre zu Kleists Zeiten im ALtpapier gelandet?
01. Juli, 2026
BAUSTELLE . das Haus gegenüber der Kirche ist wohl noch länger Baustelle, aber ob das Gerüst bleibt bis zu den eigentlichen Drehtagen im November? habe mich an die Baustelle verliebt. heute waren, laut der Kamerafrau Benradette über alle Bauarbeiter auf dem Gerüst auch gestern, als S. da war um rauszukriegen wie lange die Arbeiten dort noch dauern. kaum jemand beachtete sie. immer mehr gefällt mir der Gedanke dass Kleist den Ort seines ersten großen Erfolgs als Baustelle wiedersieht. ein Gang um die Welt, einmal rund um die Uhr, bis in die heutige Zeit und man steht vor Bauzäunen. durch das hintertürchen geschlüpft. – – – naja die Metapher ist schief: es gibt gar keine Tür. nur Bauplane….
warum mir das Gerüst und die Arbeiter außerdem gefallen:
“am Eingang durch Planken versperrt, und konn⸗
ten, wenn sie sich mühsam erhoben, durch die
Oeffnungen der Bretter hindurch von dem
Inneren nichts, als die prächtig funkelnde
Rose im Hintergrund der Kirche wahrneh⸗
men. Viele hundert Arbeiter, welche fröh⸗
liche Lieder sangen, waren auf schlanken, viel⸗
fach verschlungenen Gerüsten beschäftigt, die
Thürme noch um ein gutes Drittheil zu er⸗
höhen, und die Dächer und Zinnen dersel⸗
ben, welche bis jetzt nur mit Schiefer bedeckt
gewesen waren, mit starkem, hellen, im Strahl
der Sonne glänzigen Kupfer zu belegen. Da⸗
bei stand ein Gewitter, dunkelschwarz, mit
vergoldeten Rändern, im Hintergrunde des
Baus […]”
Kleist, “Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik”, www.Kleist-DIgital.de)
02. Juli 2026
VORZEITIGER DREHBEGINN, damit das Haus nicht plötzlich doch eine eierlschalenfarbene langweilige Fassade hat. habe aber noch kein KOstüm für kleist. ein Mantel bei Ebay gefunden, aber ob er rechtzeitig ankommt. Heute Kostümkollektiv im Bethanien, Theaterkunst und Neuköllner Oper wegen Leihgabe […].