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Im Kleistjahr 2027 befasst sich FILM RISS THEATER mit Kleist Zeitungs-Experiment, den Berliner Abendblättern: eine Laborreihe blättert nach Fundstücken zwischen den Zeilen und Spalten – sowohl auf der BÜHNE, im FILM – und im Vorfeld
Dieses Projekt-Tagebuch dokumentiert keine abgeschlossene Produktion, sondern eine Recherche. Wer den Film beim Entstehen begleiten möchte, beginnt oben. Wer sehen möchte, wie es begann, folgt den Monaten bis zum November 2025.
P R O J E K T – T A G E B U C H
08. Juli, 2026
04 Juli, 2026, Berlin
Erschöpft und glücklich. Die erste Probe / Probeaufnahmen. Gestern Nacht schon Material gesichtet. Nun bereue ich doch, nicht die groß Kamera zur Hand gehabt zu haben, denn es ist etwas entstanden, das ich in der Improvisation großartig finde. – andererseits: wären wir so flexibel gewesen mit der größeren Profikamera? die Leichtigkeit, mit der B. hinter Kleist herstieg. ständig rennt er durch die Stadt. hatte ihn mir kamerascheuer vorgestellt, entdecke stattdessen, einen Kleist, der tapfer voranprescht. Jetzt da er nun mal hier ist. Schmaler Grat zwischen Überforderung und Mithalten wollen, Neugierde, Verletzlichkeit. bloß liegenden Nerven, ohne dass er es zeigen will. Dies ist nur eine Probe. kein neues Projekt draus machen! aber wie schön wieder in der Dokufiktion zu landen. Ohne sie wären auch Kleists Abendblätter nicht das aberwitzige Experiment gewesen, das sie waren. fühle mich erlöst aus der Konzeptionsphase. Es beginnt die Entdeckungsreise. Als Kleist durch die Jägerstraße lief und (ich hatte ihm keine Orte vorher erklärt oder vorgegeben) das übernächst-beste Haus als “sein Haus” behauptete (Sitz der Mendelssohn-gesellschaft und irischen Botschaft), die Tür verschlossen war, sich aber dann doch auftat, wars wie Adventskalender heimlich öffnen. die Stadt ist voller Türen. jetz gehen wir und öffnen sie. – – –
und der Ton ist nicht toll, aber dafür dass Sturmmeldungen drohten, hatten wir Glück.
03. Juli, 2026, Berlin
erste Probeaufnahmen.
die Stadt in der Früh. das Cafe zwischen Hausvogteiplatz und Gendarmenmarkt. dachte erst, es sei selbst ein Abendblätter-Ort, aber es lag an der Ecke, nicht “Im Knick”, wie es in “Kleists Berliner Aufenthalte” stand. damals hatte die Jägerstraße einen Knick. jetzt – kaut Google-Maps ist der Knick weg. nach den kriegen begradigt? kleines Team. und Entscheidung für kleine Kamera. nicht die Profi-Kamera. dies ist kein Dreh. dies ist eine Probe mit Kamera. . noch ist Kleist nicht da. auch die Kamera läßt auf sich warten. Kakao für S. ein Tee für mich. da… kommt er!
01. Juli, 2026
Dass sich die ersten Probeaufnahmen vom vierten auf den dritten, also Morgen! verschoben haben ist ungüntsig. Auch weil ich einige Tage ausgenockt im Westend-Klinikum lieg. alles was ich geschafft habe: Anträge zu spät oder zu früh abgegeben und diesen Ebaymantelgekauft: Kein stilechter Kleistmantel! wie die Profi-Mäntel, eher ein etwas aus hellbraunem Leder, das iaus jeder zeit stammen könnte, etwas, das Kleist nicht gänzlich “im falschen Film” erscheinen lassen wird”. ein zeitloser Kleist. – Habe aber festgestellt (auch in den Zeichnungen): wie Kleist sieht Kleist vor allem immer dann aus, wenn sein Kopf aus einem weißes Spitzen-Krägelchen schaut. – – – Natürlich gehts hier gar nicht um äußerliche Ähnlichkeit. Trotzdem. wird der Mantel zu fixen idee. komme heute aus dem Krankenhaus. und heute kommt auch, laut Hermes’ Sendeverfolgung, der Mantel. alle Mäntel.
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die Hitze der Stadt… ich hatte mich an den Ventilator gewöhnt, er drehte sich und es hatte etwas beruhigendes. zu gleichförmig, um WInd zu sein, aber einschläfernd. ich bin Zuhause! und der Mantel ist auch da. er ist nicht braun, sehr häßlich und dunkelgrün. er riecht nach Kettenrauchen und Steckerlfisch. Egal. Kleist hat auch geraucht. alles wird gut.

30. Juni 2026 VORZEITIGER DREHBEGINN,
damit das Haus nicht plötzlich doch eine eierlschalenfarbene langweilige Fassade hat. drehen wir schon vor dem offiziellen Drehbeginn im November. Die Zeitsprünge sind erwünscht. Baustellen-Sommerzeit – November vollendete Tatsachen. Flashback, FLashforward. der ganze Kleist ist jenseits von Zeit und Raum. “Die Zeit ist – oder ich – verrückt”- – – Mantel bei Ebay gefunden, ob er rechtzeitig ankommt ist fraglichlich geworden. S. geht heute deshalb ins Kostümkollektiv im Bethanien, und zu Theaterkunst wegen Leihgabe anderer Mäntel. Kann nicht selber hin. S. schickte Fotos aus dem Fundus. Es wirkt sehr nach Kostümfilm aus. und tatsächlich stand “Sam Riley” am Innenkragen auf einem Märkchen. Mantel wirkt riesig, aber auch weil S. ihn anhat und sehr zierlich ist. Der Schauspieler ist mittelgroß. Wie groß ist Sam Rilley? Der andere Mantel, der vom KOstümkollektiv könntr in der Schulterbreite zu eng sein. und wieso gibt es kine Braunen Mäntel. dachte mir KLeist immer in einem dunkelbraunen etwas abgewetzten Mantel. hoffe heimlich auf den Ebaykauf. und dass Hermes das Pakert hinterlegt, wenn ich zu spät dort ankomme.
22. JUNI 2026, Berlin-Mitte
BAUSTELLE – Das Haus gegenüber der Kirche ist wohl noch länger Baustelle, aber ob das Gerüst bleibt bis zu den eigentlichen Drehtagen im November? Dachte erst, das bedeute KEIN ZUGANG, habe mich aber nun in die Baustelle verliebt. Heute waren, laut der Kamerafrau Bernadette überall Bauarbeiter auf dem Gerüst auch gestern, als S. da war um rauszukriegen wie lange die Arbeiten dort noch dauern. Kaum jemand beachtete sie. immer mehr gefällt mir der Gedanke dass Kleist den Ort seines ersten großen Erfolgs als Baustelle wiedersieht. ein Gang um die Welt, einmal rund um die Uhr, bis in die heutige Zeit und man steht vor Bauzäunen. Durch das Hintertürchen geschlüpft. – – – naja die Metapher ist schief: es gibt gar keine Tür. nur Bauplane….
warum mir das Gerüst und die Arbeiter außerdem gefallen:
“am Eingang durch Planken versperrt, und konnten, wenn sie sich mühsam erhoben, durch die
Oeffnungen der Bretter hindurch von dem Inneren nichts, als die prächtig funkelnde Rose im Hintergrund der Kirche wahrnehmen. Viele hundert Arbeiter, welche fröhliche Lieder sangen, waren auf schlanken, vielfach verschlungenen Gerüsten beschäftigt, die Thürme noch um eingutes Drittheil zu erhöhen, und die Dächer und Zinnen derselben, welche bis jetzt nur mit Schiefer bedeckt gewesen waren, mit starkem, hellen, im Strahl der Sonne glänzigen Kupfer zu belegen. Dabei stand ein Gewitter, dunkelschwarz, mit vergoldeten Rändern, im Hintergrunde des Baus […]”



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3. JUNI, Berlin-Mitte

Bildersturm auf KLoster 2011, “Dokufiktionales Bekenner-Video” aus der Adaption der “Cäcilie” im Kleistjahr 2011, gefördert von KSB,Senat und Rudolf Augstein Stiftung.
ALTE ORTE – Der HImmel liegt gar nicht in Scherben! – Das seit April fertige Drehbuich… und sofort ändert es sich, wenn man die Orte, die man im Kopf hat erstmals wieder betritt. Klosterstraße, die alte Ruine des Frannziskaner KLosters. Hatte den Ort im Kopf gehabt für die Schlüssels-zene, als Ort, an dem ein langes Gespräch zwischen Kleist und der Studentin, in deren Wohnung in Berlin 2027 es Kleist verschlagen hat zum Höhepunkt kommt. Ein Ort, der zu Kleists Zeiten schon nicht mehr KLoster war, sondern säkularisiert; Schule, Forschungsstätte war, etwas heruntergekommen vielleicht, aber nicht “runiniert”. ein Raum der jetzt Innen und Außen zugelich ist. ich erinnerte mich an SPiegelglas-Fußboden Scherben, in denen man den HImmel zu Füßen hatte. und vor allem einen Ort, den ich mit Kleists Erzählung “die heilige Cäcilie” verbinde, in der ein Kloster zerstört werden soll, aber (vom HImmel? durch die Gewalt der Musik?”) gerettet wird, die seltsame Fake-Legende, die mich immer wieder aufs Neue beschäftigt. dass Kleist sie in den Abendblättern “erscheinen” ließ kurz nachdem die Reformpolitik, gegen die er sich die Finger wundschrieb, alle preußischen Klöster enteignet hatte, hat mich die Bildersturm-Erzählung in völlig neuem Licht erscheinen lassen. DAs musste damals ein sehr klares Statement gewesen sein – so rätselhaft und vielschichtig der Text trotzdem bleibt. KÖnnte mir keinen bessreen Ort wünsche an dem sich Geschichte überlagert. Nur: vom Spiegel-Scherben Fußboden keine Spur mehr! der HImmel, den man wie in den Splittern eines Kaleidoskops wahrnehmen kann, während man (also z.B. Kleist im Skript) finster nach unten starrt, ist jetzt nur zu sehen, wenn man nach oben schaut.
Wo ist meine Metapher gebleiben?! die Wirklichkeit, die man nur wahr-nehmen kann in dem man sie sich zusammen-schüttelt in einem sehr eigenwilligen Layout. dem eines Kaleidoskops. Weg mit dem Storyboard?! Vielleicht gut so. nicht auf Alt-Bewährtes zurücgreifen wollen, nur weil es schon mal “Sinn machte.” stattdessen aber über ganz anderes gestolpert:

unweit von der Ruine: ein ganze Block eines wilhelminischen Gemäuers. Ungefähr da wo (zugegeben: “Irgendwo”) 1810 noch der mittlalterliche Stadtkern war und das damalige Polizeihauptquartier. Ein Polizist kam auch prompt und rief, da könne ich nicht parken. behauptete das Gebäude gehöre zum Innenministerium. Dann nettes Gespräch über Polizei 1810. er meinte das Polizeipräsidium sei in der “Grunerstraße” am Alex gewesen. “die rote Burg”. das war aber später. Polizist schien interessiert an Informationen zu Berlins erstem Polizeipräsidenten. Der wiederum gab Kleist damals Informationen für seine Zeitung. Die Polizeimeldungen waren die eigentliche Sensation des Blattes. –
“Und darüber machste’n Fülm?”, sagte der (heutige) Schutzmann. hoffte, die Polizei käme dabei nicht schlecht weg.
Das hatte sich Gruner damals auch erhofft.
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Nachts geträumt von Kasperletheaterartigen Verfolgungsjagden. (man läuft dann meistens auf der Stelle und die Kulissen hinter einem rennen in die entgegengesetzte Richtung. Vielleicht weil Nachtlekütre war ein AUfsatz von Alexander Weigel übrt Kleists Abendbläter: “Von Puppen und Polizisten”.
01. Juni, 2026, Berlin-Mitte
Das Haus gesucht in dem Kleists Zeitung verlegt wurde, vielleicht auch gedruckt? Julius Hitzig’s Verlagsbuch-handlung könnte über der Tür stehen.(also damals gestanden haben) – Aber über welcher? die Straße hieß damals “Gasse hinter der katholischen Kirche”, das Impressum der Abendblätter nennt keine Hausnummer. KAm nicht direkt in die Gasse, nur von der Kirche selbst aus. EIn Bauzaun aus Holz. dann läuft man auf das Haus zu aber ein weiterer Bauzaun versperrt den ZUgang zum Haus. Das Portal erzählt HIstorie. nicht Kleistzeit, aber Gründerzeit. das Haus selbst ist in DDR-Braun verputzt. Mag ich den Bauzaun? Mag ich das Gerüst? Bedeutet es, dass hier alles weiß und glatt wird? Und seit wann ist Berlin wieder so sehr Baustelle?
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“IM HAUSE HINTER DER KATHOLISCHEN KIRCHE 3, ZWEI TREPPEN HOCH“, stand in der Anzeige zu den Abendblättern. (also doch eine Hausnummer sagt Horst Häker in “Kleists Beriner Aufenthalte”, aber ob das Haus Druckerei oder Verlag war weiß ich immer noch nicht. so osder so ist es jetzt einfach “DAS HAUS” geworden. da wurde die Zeitung verkauft. in der ersten Woche nach dem erscheinen 1810. Der Andrang war so groß, dass die Leute Schlange standen bis in den Hof, die Polizei musste für Ordnung sorgen. später wurde die Zeitung in der Jägerstraße verkauft. – – – die verlassene Baustelle in der Dämmerung, die Lichter im Haus, obwohl alles leer steht. Die Neonlampe mit der Netzfolie über der eine Kreuzspinne saß, deren eigenes Netz fast unsichtbar blieb, weil es die gleiche Maserung hatte wie das Netz der Bauplanen. Der blaue Papiercontainer, fast leer nur ein paar Ausdrucke von Bibelversen. – – – Was wäre zu Kleists Zeiten im ALtpapier gelandet?
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2. Mai, 26. München
Drehbuch beendet! Glücklich. Feierabendbier. weil es spät isst und niemand da ist, der Feedback geben könnte, Chat GPT gefragt. fand es gut, schien es auch tatsächlich verstanden zu haben. Spaßeshalber gefragt, ob er Besetzungsvorschläge hätte. die waren indiskutabel. Kennt er/sie/es nur Berühmtheiten, noch dazu ohne jegliche Ähnlichkeit. Für die eigentliche Protagonistin suche ich eine junge Frau, sensibel aber gelichzeitig bodenständig, mit einem Hauch von Bayrischem Dialekt. ein Kontrast zu Kleist. ChatGPT sagte, eine solche Schauspielerin gäbe es (noch) nicht, die müsse ich selber finden. Natürlich muss ich das. FAnd sie in der Kartei der ZAV. in der ich alle Schauspielerinnen von A-Z durchging… kam bis “R”. Reiml, Sophie. Die isses!
Leipzig, MÄRZ, 2026
mein Essay “Das Kaleidoskop des Heinrich von K. – oder Kein Keks vom MInisterium” hat einen kleinen Literaturpreis gewonnen. Das Thema war “Pressefreiheit”. wollte anfangs etwas über Gaza schreiben, aber “Kleist und die berliner Abendblätter” zogen mich weg von den Kämpfen der leztzten Monate, Jahre.
Der Preis ist auch finanzielle Rettung, seit ich aufgehört habe für zeitungen zu schreiben.
Buchmesse und NIkolaikriche. sehr schöne Preisverleihiung, sogar mit Lesung. der Text ist Dank MInister Wolfgan Weimers Übergriffigkeit noch aktueller geworden. Keine Kekse von Ministerien sidn das Gesprächsthema uaf der Messe. später lange in der Stadt rumgegangen. endlich begriffen, dass “Leipziger Lerchen” nicht einfach Vögel sind, sondern ein Gebäck. es interessierte mich, weil sie in den Abendblättern vorkamen, einer HÄndlerin wurden mehr als Hundert Singvogelpasteten konfisziert, weil sie verdorben waren. was wurde aus ihr? was aus den Waren. in den Abendblättern wird viel konfiisziert. und vieles verdirbt. zum Mittagessen eingeladen wiorden tolle Menschen kennengelernt. solche, die 1998 durch ihre Berichterstattungen von der friedlichen Revolution zum Mauerfall wesentliches beigetragen haben. die Nikolai-Kirche selbst schien heute von allen seiten verschlossen. dann doch ein Hintertürchen gefunden. die Stadt sieht anders aus, Später 3 Stunden auf den Flixbus gewartet
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N O V E M B E R 2025
0. „Davor“
November, 2025. nach einem ganz anderen Kleistbrief gesucht, aber an seinem ersten hängengeblieben [ https://kleist-digital.de/briefe/001]



“Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik“. –


Frankfurt Oder, 20. November 2025
hier war ich lange nicht. der Weg vom Bahnhofs zum Kleistmuseum… der raureife Morgen. die Schleichwege abwärts treppab, durch den Park. Marienkirche. Die Backstein-schornsteine und 1900-Fabrikbauten und Brachen rechts die winzigen uraltenalten Häuschen links. der Mischmasch der Zeiten, dann der grüne Wall, dahinter die Oder. Brücken. Grenzpfähle. ferner Polen. Graffiti. Bauzäune. Schilder: „kopier-Fritze“, „Frankfurt Oder baut“. Hat gebaut: Reihenhäuschen den Oderweg entlang. die kenne ich schon. nicht mehr neu, nicht häßlich, aber ich vermisse die wirre Natur, das Eichen-Efeu-Chaos, das hohe vergilbte Gras, die Wildnis von der ich vermute, dass sie zu Kleists Zeit ordentlicher. die flache Stadt. die breite Oder. die Natur, die auf der anderen Seite, der polnischen sofort anders aussieht. war sehr früh da, weil ich mit dem Beamer etwas besonderes machen wollte, aber der Beamer des hauses ließ sich nicht anders einrichten als auf die Leinwand und beim mitgebrachtefehlte doch wieder ein Adapter, immer lösen sie sich nach einer Weile in Luft auf. immer kauft man Neue. nie bleiben sie. Kaufte ich im Einkaufszentrum nicht schon einmal einen. Immer wieder komme ich in diese Stadt. Kleist ist meistens der Grund, die Anlässe oft Tagungen. die Umstände immer anders. Das erste mal kurz nach der Wende. iich hatte kein Geld mit weil die Berliner Sparkassenkarte nur in berlin galt. ich aß Suppe neben wichtigen Leutren und Tränen fielen in die Kürbissuppe weil ich mich bereits schämte, sie nicht später nicht zahlen zu können. ich durfte anschreiben und gab als Trinkgeld eine Briefmarke. heute spreche ich selbst. noch ist viel zeit. aber der Aufwand mit denProjektionen im Raum verteilt kann ich vergessen. da hilft auch der neue Adapter nichts. eine neuer Beamer wäre gut gewesen.
eben kam irgendeine Besucher, schien erst sehr interessiert zu sein, aber suchte dann doch nur einen “Verantwortlichen” –
“verantwortlich für was?”
“Die Werbung, das Plakat da…” Er zeigte auf eine Programm-Ankündigung. Ob ich die Autorin des Plakates sei.
“Nein, ich bin nicht vom Haus. ich baue hier nur was auf für die Kleisttagung…”
“aber jemand ist Autor des Textes?”
“ja, schon…” Es war ein Ankündigungstext für eien Veranstaltung. ich wußte nicht was er meinte, es übenahm dann eine junge Frau aus der Öffentlicheitsarbeit. eine Kanonade von Rügen schoss auf sie ein. “Besucher und Besucherinnen” Dass man jetzt bei Kleist auch “dschendere” (offensichtlich war Sternchen verrutscht oder ein Doppelpunkt? oder das genderen in zusammenhang mit einem Groß- und Kleinschreib-Fehler quälte ihn. er fand kein Ende,. ging schließlich, kam wieder. drohte handgreiflich zu werden… und ich konnre nicht bleiben, wegen des fehlenden Adapters. er soll sogar ein drittes mal wieder aufgetaucht sein. Und ich wüsste so gerne was ihm eigentlich den Tag so verdorben hatte. Es muss etwas weit Existenzielleres gewesen sein. ob es ihm um Kleist ging, weiß ich nicht, ich glaube nicht.
[…]








